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Technik


...Ein bischen Theorie

...Praktische Hinweise zur Einstellung

    der Fußmaschine





Ein bischen Theorie

Eine herkömmliche Fußmaschine mit Direktabzug kann nicht besonders linear laufen. Da der Winkel am Exzenter sich während des Niedertretens des Pedals ändert, ändert sich auch sich auch das Übersetzungsverhältnis. Stark vereinfacht: Die Welle, auf der der Schlegel sitzt, wird bis zu 40% schneller. Die Winkeländerung an der Pedalplatte tut ein übriges und macht die Maschine noch mal um 5% schneller. Daraus resultiert eine Gesamtbeschleunigung von etwa 45%.

Bei der Überkopfanordnung ändert sich der Winkel an der Pedalplatte

aber so, daß die Maschine 6% langsamer wird. Daraus ergibt sich eine

Gesamtbeschleunigung von 34%, also ein Wert, den manche progressive

Fußmaschine aufweist. Durch einige Veränderungen an der

Grundeinstellung kann man die Charakteristik weiter in Richtung linear

verändern. Die Maschine läuft so direkt, wie man es von einem

Direktantrieb erwartet, aber sanft und nicht hakelig.


Die genaue Berechnung kann auf Anfrage eingesehen werden.

















Praktische Hinweise zur Einstellung der Fußmaschine


Wie bei jeder anderen Fußmaschine kann man durch Einstellen die Mechanik auf seine individuellen Bedürfnisse abstimmen, man kann sie aber auch bis zur Unbespielbarkeit verstellen.

Wer mit der Einstellung noch nicht vertraut ist, sollte die Versuche nicht fünf Minuten vor dem Auftritt unternehmen. Wer schrauben möchte, geht nach folgendem Schema vor:


1. Welche Charakteristik soll die Maschine haben?


Sehr schnell = wenig Vorlauf (0°), normal (5°- 10°) oder sanft (15°)

Die Federspannung wird so eingestellt, daß der Federexzenter genau

nach unten zeigt. Dann werden die beiden Innensechskantschrauben

am Federexzenter gelöst. Die beiden roten Punkte bilden eine Linie.

Diese Linie bildet mit dem Pleuel einen annähernd rechten Winkel

(entspricht 0° Vorlauf; siehe Abb. 1). Ein Verschieben nach oben bringt

den gewünschten Winkel. Versuche mit mehr als 20° Vorlauf machen

wenig Sinn.

Abschließend beide Schrauben wieder anziehen und gegebenenfalls

die Federspannung wieder etwas zurücknehmen.

Bis man etwas Routine in der Abschätzung der Winkel hat, arbeitet

man mit einem Stück Karton, an dem eine Ecke so geschnitten ist, daß

sie einen Winkel mit dem gewünschten

Vorlauf  von z. B.  12°  entsprechend 78° hat (Abb. 2).
























2. Welchen Schlegelwinkel will ich haben?


Ein Öffnungswinkel von 45° hat sich bewährt. Er bietet genügend Reserve für druckvolles Spiel.

Bei schnellen Figuren oder leisem Spiel wird ohnehin nur ein kleiner Teil des Gesamtwinkels in Anspruch genommen.

Die beiden Schrauben am Knebel (Verbindungselement von Schlegelwelle und Schlegelschaft) werden gelöst und der gewünschte Winkel wird eingestellt. Ein Winkelmesser oder Geodreieck tun gute Dienste. Der Winkel, den der Schlegelschaft mit den Hinterbeinen bildet, ist nicht identisch mit dem Schlegelwinkel, da die Schlegelbewegung über die Senkrechte hinausgeht.

Schrauben wieder fest anziehen.


3. Federspannung einstellen


Flügelmutter an der Feder lösen, Feder einstellen und Flügelmutter wieder anziehen. Auf die Position der unteren Federöse achten (rechtwinklig zu den Achsen).





4. Position des Schlegels auf dem Schlagfell


Das Auftreffen des Schlegelkopfes ist vermutlich etwa 2 bis 3 Zentimeter von der Fellmitte am effizientesten. Hier erzielt man maximale Lautstärke, Ton und Sustain. Wer experimentieren möchte:

Schlegelposition seitlich verändern: wie unter 2 beschrieben.

Schaftlänge verändern: Innensechkantschraube innen am Knebel lösen, Schaftlänge einstellen,

Schraube wieder anziehen.

Es kann jeder Schlegel mit einem Schaftdurchmesser von 6 mm eingesetzt werden. Viele übliche Schlegel sind aber relativ schwer und deshalb eher für härtere Gangart geeignet.


Die Einstellarbeiten unter 1. bis 4. sind mit einem Innensechskantschlüssel SW 5 durchführbar.



5. Änderung des Winkels der Pedalplatte


Die Pedalplatte bildet mit der Horizontalen im Endanschlag einen Winkel von etwa 12°. Das entspricht ungefähr dem Winkel, den die beiden Laschen an der Welle des Pedals haben. Wer weit vorne sitzt, will vielleicht einen etwas flacheren Winkel haben. Dazu muss ein etwas längeres Pleuel eingebaut werden. In der Erprobungsphase kann ein verstellbares Pleuel benutzt werden, langfristig ist ein starres Pleuel von Vorteil.

Zum Wechsel ist zusätzlich ein Maulschlüssel SW 10 erforderlich.

Stopmutter am oberen Pleuelauge mit Maulschlüssel und Innensechskantschlüssel lösen (Achtung: zwischen Exzenter und Kugellager befindet sich eine wichtige Distanzscheibe), Stopmutter am unteren Pleuelauge mit Maulschlüssel lösen.  Pleuel wechseln. Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge. Auf seitenrichtige Montage achten.



























Weitere Verstellmöglichkeiten:


Ändern der Beweglichkeit der Bass Drum


An den Vorderbeinen befinden sich zwei Gewindestangen M8, an denen die Bass Drum über elastische Laschen aufgehängt ist. Durch Verkürzen der Gewindestangen kann man die Vorspannung der Bass Drum erhöhen und die Bewegung fast vollständig einschränken.

Kontermutter (SW 13) lösen, Länge einstellen, Kontermutter wieder anziehen.


Für Experten: weitere Optionen

Die Fersenstütze ist normalerweise mit Neopren bezogen. Viele andere Beläge sind einsetzbar (Aluminium, Gummi, Leder, Holz etc.). Neopren ist sehr bequem; ein extremer Slider nimmt eher einen etwas gleitfreudigeren Belag.

Die Höhe der Fersenstütze wird durch die Unterlage unter der Aluminiumplatte verändert.


Wer ganz massiv in die Geometrie eingreifen will, kann andere Bauteile ausprobieren. Der Radius am Exzenter der Hauptwelle kann in beide Richtungen verändert werden, ebenso der Radius des Federexzenters. Dadurch lässt sich die gefühlte Charakteristik der Feder (linear / progressiv) beeinflussen.

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